Neues aus dem Kirchenvorstand - Handlungsfähig in die Zukunft

Nachricht 24. August 2026

Was sich für uns verändert

Unsere Kirche und unsere Gemeindehäuser sind Orte, die zu unserem Leben gehören und die das Ortsbild in Horst prägen. Orte, an denen Menschen getauft und getraut wurden, an denen wir Konfirmation gefeiert haben, gelacht oder auch geweint haben. Orte, an denen in Sitzungen verhandelt und diskutiert wurde und Orte, an denen Gemeinschaft gewachsen ist.

Gerade deshalb fällt es nicht leicht, über Veränderungen zu sprechen. Und doch ist dies notwendig, damit wir zukunftsfähig werden. Wie es der Kirchenvorstand in der Gemeindeversammlung vorgestellt hat, stehen wir in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen: Die Zahl der Gemeindeglieder sinkt, die finanziellen Spielräume werden kleiner und gleichzeitig steigen die Kosten für Gebäude und deren Unterhaltung. Im Kirchenkreis Hannover verliert man derzeit jährlich etwa 4 bis 4,5 Prozent der Gemeindeglieder. Für unsere Gemeinde heißt das, dass wir ca. 90 Mitglieder weniger werden pro Jahr.
Das sind zunächst nüchterne Zahlen. Dahinterstehen aber Menschen – und eine Gemeinde, die uns am Herzen liegt.

Bewahren, was uns trägt

Unsere Kirche ist ein besonderer Schatz. Mit dem höchsten Kirchturm Garbsens und seiner Geschichte, die auf den bedeutenden Kirchenbaumeister Conrad Wilhelm Hase zurückgeht, prägt sie unseren Ort. Deshalb soll die Kirche auch künftig erhalten werden, erst im Juli diesen Jahres haben wir 8.000 € in die Sanierung des Sockels investiert.

Als Kirchenvorstand müssen wir aber auch auf das schauen, was sich verändern muss. Das bestehende Gemeindehaus ist energetisch in einem schlechten Zustand und verursacht hohe Kosten. Und wir haben die Vorgabe, dass künftig 30 % der Gebäude im Gestaltungsraum wegfallen sollen. Für unsere Gemeinde wird derzeit über eine kleinere, moderne Lösung östlich der Kirche nachgedacht: ein neues Gemeindehaus mit rund 211 Quadratmetern, das Raum für Begegnung, Musik, Gruppen, und Gemeinschaft bieten soll. Deshalb werden in den nächsten Schritten das Landesamt für Denkmalpflege, die Landeskirche Hannovers und das Kirchenamt beauftragt, zu prüfen, ob diese Idee umsetzbar ist. Die Sockel-Finanzierung des neuen Gemeindehauses soll durch den Verkauf der anderen Gebäude erzielt werden (Altes Pfarrhaus, Pfarrhaus und Gemeindehaus). Außerdem haben wir im letzten Jahr durch ein Vermächtnis über 100.000 € erhalten, das so ebenfalls zukunftsfähig angelegt werden könnte.

Die Idee hinter den neuen Plänen ist nicht, Gemeinde kleiner zu denken. Es geht darum, das, was uns wichtig ist, auch unter veränderten Bedingungen lebendig zu halten.

Die Krippe „Die Waldlinge“ wird zum 31. Juli 2027 ihren Betrieb einstellen. Die Entscheidung ist aufgrund der baulichen Mängel und des erheblichen Investitionsbedarfs am Alten Pfarrhaus gefallen. Für die betroffenen 4 Kinder sollen gemeinsam mit der Stadt Garbsen andere Betreuungsplätze gefunden werden; für die Mitarbeiterinnen wird nach alternativen Arbeitsmöglichkeiten gesucht.
Zugleich rückt die Zusammenarbeit mit unseren Nachbargemeinden näher. Im Gestaltungsraum Garbsen-Nord werden wir mit Berenbostel-Stelingen und Osterwald-Heitlingen künftig enger zusammenarbeiten. Gespräche über eine mögliche Fusion stehen im Raum.

Vieles ist noch offen. Aber eines steht fest: Wir wollen nicht einfach verwalten, was weniger wird. Wir wollen gestalten, was bleibt – und Neues möglich machen.

Denn der eigentliche Schatz unserer Gemeinde sind nicht Gebäude oder Zahlen. Es sind die Menschen, die hier in einer christlichen Gemeinschaft leben und füreinander da sind. Genau diese herzliche und einladende Gemeinschaft möchten wir bewahren.

Viele Grüße aus dem KV

Ihre/Eure Angelika Gensink